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Heilige Birma | Rassebeschreibung

Heilige Birma
Las Perlas-sin Havana

Die Birmakatze ist eine "Katze der Mitte". Sie ist eine kompakte, mittelgroße Maskenkatze auf kräftigen Beinen und Pfoten, die ca. 3 Jahre braucht, bis sie zur endgültigen Schönheit ausgewachsen ist.

Ein weibliches Tier sollte ausgewachsen zwischen 3 - 5 kg wiegen, und ein Kater sollte mindestens 4 kg auf die Waage bringen. Gewichte von 6, 7 und sogar 9 kg sind bei Katern keine Seltenheit.

Es gibt Birmas in folgenden Farben: Seal und Blue - den klassischen Farben.

Seit 1982 existieren auch die Rotvarianten: Rot, Creme und Tortie. Der Zuchtweg in Deutschland ging über rote und cremefarbene Perser aus der Zucht von Frau Eßer-Homberg, Düsseldorf. Im Jahre 1986 wurde der erste Sealtabby-Kater geboren. Er entstammte einem Zuchtprogramm, bei dem eine englische Chinchilla mit langer Nase, phantastischen grünen Augen und einem sehr seidigen wenig voluminösen Perserfell eingekreuzt wurde, was den Birmas die sehr erhoffte und dringend notwendige Blutauffrischung sowie eine traumhaft blaue Augenfarbe einbrachte. Seitdem gibt es die Birmas auch in den Tabbyvarianten.

Aus England kamen Anfang der 80er Jahre die ersten Chocolates und Lilacs, die sich momentan in der Birmaszene bei den Züchtern allergrößter Beliebtheit erfreuen, leider aber meist noch sehr unausgewogen in Körpertyp, Augenfarbe und vor allem der Verdünnungsfarbe sind. Da die Linien sehr eng sind, ist auch dort dringend ein Zuchtprogramm vonnöten, damit die Probleme der 70er Jahre nicht wieder auftauchen.

Der Körper der Birma ist mittellang, gestreckt mit einem hellen, mittellangen Fell, das einen sogenannten Goldschimmer haben soll. Das Fell ist pflegeleicht und bedarf meist keiner extra Pflege, obwohl die Birma ein regelmäßiges Kämmen als Streicheleinheit genießt. Das Fell sollte allerdings auch nicht zu kurz bzw. zu lang sein - von saisonalen Unterschieden einmal abgesehen. Meist mausert sich die Birma mit ihrem einfachen, kurzen Sommerfell in den Wintermonaten zu einer halblanghaarigen üppig befellten Diva. Das ist übrigens auch die Zeit, in der die meisten Fotos dieser schönen Katzen entstehen.

Ihr Gesicht ist je nach Pointfarbe eingefärbt, ebenso Schwanz, Beine und Ohren. Die Farbe sollte möglichst einheitlich sein, ist aber stark temperaturabhängig. Ein hellerer Schwanz bei einer Katze, die viel im Sommer in der Sonne gelegen hat, sollte beispielsweise toleriert werden. Der Schwanz sollte bis zur Rückenkuppe reichen, langhaarig und fedrig sein. Die Birmchen tragen ihn meistens wie einen Eichhörnchenschwanz stolz umher. Manche Neulinge machen den Fehler und kämmen die langen Granenhaare am Schwanz aus, was dazu führt, daß diese Katzen ca. 1 Jahr auf den vollen Haaransatz am Schwanz warten müssen.

Ihre Augen sollten dunkelblau, groß und offen sein. Ihr Profil weist idealerweise ein römisches Näschen auf. Die Stirn sollte nicht zu flach, das Kinn gut ausgeprägt sein. Ihre Ohren dürfen nicht zu hoch am Kopf (franz. Tütchenohren) sitzen oder zu groß sein.

Die Pointfarbe im Gesicht darf nicht ausfransen, sondern sollte klar begrenzt sein und nicht über die Stirn hinausgehen. Die Farbe aller Points sollte möglichst einheitlich sein. Speziell bei jungen Birmas ist dies oft nicht der Fall, da sie sehr lange brauchen um durchzufärben. Ebenso müssen die Schnurrhaarkissen durchgefärbt sein - ansonsten ist dies ist ein Fehler, den man speziell bei sehr hellen Tieren findet.

Die am schwierigsten zu züchtende Farbe ist Seal Point, da bei dieser Farbe  Temperaturwechsel, Krankheit, Rolligkeit etc. sofort mit Stichelhaaren oder  dunklen Rückenfell bestraft wird.

Das Außergewöhnlichste an dieser Rasse sind Handschuhe und Sporen. Damit meint der Züchter die vier weißen Füße der Birmakatzen. Mit den Handschuhen meint man die weißen vorderen Pfoten sowie die Oberseite der hinteren Pfoten. Diese sollen möglichst gleichmäßig sein. Das Weiße darf an den Vorderpfoten keinesfalls den Karpalballen (Farbbestimmungspunkt) überschreiten, ansonsten spricht man von einem Ausläufer oder "Runner". Idealerweise bleibt der Weißanteil auf die Zehenwurzeln begrenzt und ist gleichmäßig auf allen vier Pfoten verteilt. An der Unterseite der Hinterpfoten findet man die Sporen. Dort geht der weiße Handschuh von der Pfotenoberseite in einer weißen Spitze aus, die max. 2/3 bis 1/3 der Unterseite betragen und mittig plaziert sein sollte. Eine Katze mit Ausstellungsqualität m u ß Sporen haben, wenn sie auch noch so klein sind. Ebenso sind Katzen mit Ausläufern an beiden Vorderpfoten oder einer fehlenden Spore nicht ausstellungstauglich.

Heilige Birma
Sweet Elbie's Heilige Birma

Womit nun klar wird, wie schwierig es ist, eine Birma mit perfekten Füßen zu züchten; und da die Richtlinien so streng sind, fallen in den meisten Würfen mehr Liebhabertiere als Ausstellungskatzen. Diese Liebhabertiere, die Zeichnungsfehler haben, sind aber keinesfalls schlechter als ihre Artgenossen, sondern genauso lieb und schmusig.

Man sollte also sehr vorsichtig sein, wenn ein Züchter einen ganzen Wurf Supertiere anbietet, die womöglich erst drei oder vier Wochen alt sind. Diese Rohdiamanten kristallisieren sich meist erst mit 6 - 12 Wochen als solche heraus. Eine exakte Pfotenzeichnung heißt nicht, daß es sich bei der angebotenen Katze um eine super Showbirma handelt.

Nichtsdestotrotz kann ein Mädchen, das obigen Kriterien nicht genügt, eine ausgezeichnete Zuchtkatze sein, da man diesen Weißanteil nicht züchterisch beeinflussen kann und es einem Zufallsgenerator unterliegt, wie die Pfotenzeichnung ausfällt. Mehr noch, man kann man auch bei einer absoluten Topkatze nicht erwarten, dass sie nur Ausstellungstiere bekommt - auch wenn der Vater dieselben Qualitäten hat.

Da die Deckkaterhaltung bei der Birma wie auch bei allen anderen Katzenrassen schwierig ist, wird ein verantwortungsvoller Züchter sicherlich auch einmal ein Tier, das eigentlich Ausstellungsqualität hätte, lieber an einen netten Dosenöffner abgeben als an einen Züchter.

Jegliche Fütterungsfehler oder lieblose Haltung zeigt diese Rasse deutlich. Es ist besonders wichtig, daß sie ausgewogen ernährt wird und immer Futter bereitstehen hat, da sieim Gegensatz zu vielen anderen Rassen keine festen Essenszeiten hat. Sie ist psychisch denkbar ungeeignet für eine Massenhaltung, da sie sehr sensibel und menschenbezogen ist.

Schwerwiegende und von den Richtern zu bestrafende Kriterien sind:

  • weiße Flecken in den Points oder der Maske
  • dunkle Flecken in den weißen Abschnitten
  • zu helle Schnurhaarkissen/ Augenringe/ Stichelhaare in den Points
  • Siam-/Balinesentyp
  • Persertyp
  • fehlende Handschuhe und Sporen
  • Ausläufer an beiden Pfoten, die über den Karpalballen hinaus gehen
  • stark unsymmetrisch Handschuhe und Sporen
  • zu helle Augenfarbe
  • Schielen
  • Knickschwanz
  • Bauchflecken bei Katzen, die älter als drei Jahre sind
  • zu dunkle Katzen
  • zu kleine und leichte Katzen

Schwerwiegende Fehler, die eine Birma von der Zucht ausschließen, sind folgende:

  • Knickschwanz
  • Schielen
  • jedwede Art von genetischen Defekten
  • weiße Flecken in den dunklen Points
  • zu wenig Gewicht

In neuerer Zeit findet man immer mehr Richter, die nur noch auf die Handschuhe und Sporen achten, aber den Typ und die anderen nicht minder wichtigen Kriterien nicht ausreichend berücksichtigen. Dabei sind Typ, Fell und Augenfarbe wichtiger für die Zucht als die Korrektheit der weißen Abzeichen, die in der Beurteilung stark vom Geschmack des Beurteilenden abhängig sind. Wenn sich mehr Richter an das Punkteschema hielten, wäre eine gerechtere Bewertung gewiß.

Leider prüfen immer noch viel zu wenige Züchter und Richter das Gebiß der Birmas, das durchaus nicht immer in Ordnung ist. Potente, erwachsene Kater sind noch spärlicher vertreten. Solche sexy Jungen sind meist nicht mehr so hell in der Körpergrundfarbe.

Auf den Ausstellungen findet man leider nur noch sehr wenige Birmas, da der strenge Rassestandard es ihnen schwerer als anderen macht und die Konkurrenz der anderen Halblanghaarrassen zu stark vertreten ist. Sie sind stärker als jede andere Katzenrasse von Umwelteinflüssen abhängig. Die Showkarriere einer Birma ist meist - von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - aufgrund des verlangten hellen Körperfelles meist auf einige wenige Jahre begrenzt. Besonders die potenten Kater neigen dazu, zu dunkel zu werden, vor allem, wenn sie zu früh die Damenwelt beglücken durften.

Eine Vision vieler Pointzüchter wäre die eigene Best-in-Show der Maskenkatzen.

Es gibt eine Züchtergruppe in Deutschland, die versucht einen "neuen" Typ Birmas zu kreieren, der einen nicht standardgemäßen leichten, lang gestreckten, hochbeinigen Körperbau und Kopftyp mit längerer Nase propagiert.

Es bleibt zu hoffen, daß sich zukünftig mehr Richter über diese zauberhafte Rasse informieren, mit nachsichtigerem Blick die Handschuhe und Sporen bewerten und den Typ und die Größe mehr in Betracht ziehen.