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Informatives | Blutgruppensystem der Katzen

Seit Anfang der 90er Jahre weiß man, dass es unterschiedliche Blutgruppen bei Feliden gibt. Man unterscheidet hier zwischen den Blutgruppen A, B und A/B. Die Blutgruppen B und A/B können rezessiv getragen werden. Das bedeutet, dass aus einer Verpaarung A x A auch B fallen kann. Diese Katzen werden genetisch folgendermaßen bezeichnet: Ab = hat Blutgruppe A, trägt b. Die Blutgruppe A/B liegt auf einem eigenen Genlocus und sollte nicht mit derTrägerschaft zur Blutgruppe B mißverstanden werden, da man hier die Trägerschaft durch ein klein geschriebenes "b" kennzeichnet. Es gibt aber noch sehr viele, teilweise sogar noch nicht einmal bekannte Untergruppen der Blutgruppe B und A/B, die nicht ausgetestet werden können. Darüber hinaus weiß man, dass auch viele Katzen reinerbig A sind.

Es gibt ein Testsystem mittels eines Antikoagulationstestkits, mit dem recht einfach die Blutgruppe bestimmt werden kann. Es reichen hierfür nur ein oder zwei Tropfen Blut bzw. falls durch den Tierarzt entnommen max. 1 ml EDTA-Blut. Das Blut wird in je ein Feld für Blutgruppe A und B getropft und mit einer Trägerflüssigkeit vermischt. Innerhalb kürzester Zeit gerinnt das Blut in dem jeweiligen Testfeld und man kann erkennen, welche Blutgruppe die Katze hat. Wenn die Katze A/B ist, gerinnt das Blut in beiden Feldern.

Ca. 30 - 40 % der Katzenpopulation und im Besonderen einige Rassen (wie Birmas und BKH) haben die Blutgruppe B.

Auswirkungen einer Verpaarung von B-Katze mit A-Kater auf die Jungen

Wenn die weiblichen B-Tiere mit einem A-Kater verpaart werden, kann es bei den Jungen zu der sog. Isoerythrolyse kommen, weil die Mutterkatze Antikörper gegen A-Blut während der Trächtigkeit und der Geburt gebildet hat. Die Jungen werden blass, schreien viel, die Temparatur nimmt ab und wenn man den Urin mittels Wattebausch testet, findet man eine rötliche Spur. Spätestens jetzt sollte das Kitten von der Mutter entfernt werden.

Besitzer von B-Kätzinnen sollten nach der Geburt mittels des o. g. Testverfahrens die Neugeborenen mittels Blut aus der Nabelarterie testen. Sind die Kitten Blutgruppe A, dann sollten sie für MINDESTENS 96 STUNDEN nicht von der Mutter genährt werden.

Handelt es sich um eine Untergruppe der Blutgruppe B, die anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist, kann es evtl. nötig sein, dass die
A-Kitten nicht mehr von der B-Mutter gesäugt werden dürfen. Hier empfielt es sich, der Katze die Pille zu geben, damit der Milchfluss zurückgeht und dann nach ca. 2-3 Tagen die Mutterkatze die Jungen zur Sozialsierung weiter versorgen kann.

Inzwischen kann man recht einfach mittels eines Swop-Tests (Backenabstrich) die Blutgruppe und auch Antikörper gegen die Blutgruppe A genetisch austesten lassen. 

 

Auswirkungen einer Verpaarung von B-Katze mit A-Kater auf die Mutterkatze

Aber nicht nur die Kitten können durch eine B-Mutter beeinträchtigt werden, sondern auch die Körper der Mütter haben durch die Aufnahme der Körperflüssigkeiten und die Vermischung von Körperflüssigkeiten während der Geburt Probleme. Diese äußern sich hauptsächlich in Anämien, die in einzelnen Fällen sogar für die Mutterkatze tödlich sein können. Ferner zeigen neuere Studien, dass B-Katzen nach mehreren Würfen Organschäden an Leber und Niere von dem Versorgen ihrer A-Kitten davon getragen haben, besonders wenn reinerbige A-Kater verwendet wurden.

Um diese Probleme zu vermeiden, gibt es nur eine Alternative:

B-Katze sollte immer nur mit B-Kater verpaart werden!

Hier sind alle Kitten Blutgruppe B und weder Mutter noch Kitten werden geschädigt.

Ein B-Kater ist ein Segen für die Zucht, da er den Besitzern von A-Katzen zeigen kann, ob ihr Tier ein Träger ist und den Kitten von B-Müttern Leid und Qualen ersparen kann.

 

Erklärung von Fremdwörtern:

rezessiv = verdeckt
Genlocus = Genort
Antikoagulation = Herabsetzen der Blutgerinnung
EDTA = Röhrchen beschichtet mit einem Gerinnungshemmer
Isoerythrolyse = Auflösung der roten Blutkörperchen bei Neugeborenen