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Informatives | Preis eines Rassekätzchens

Teubners Picador v.d. Saalburg

Der Preis eines Rassekätzchens

Angeregt durch den Besuch einer Rassekatzen-Ausstellung, durch Bilder und Beiträge in Zeitschriften oder durch die Suche im Internet haben viele Menschen den Wunsch, eine Rassekatze ihr Eigen zu nennen.

Die Frage, mit der ein Züchter immer wieder konfrontiert wird ist: Warum ist eine Rassekatze so teuer? Als Käufer erscheint Ihnen der Preis eines Kittens aus guter Zucht oft überzogen. Schließlich wollen Sie kein Zuchttier sondern „nur“ eines zum Liebhaben. Wozu ein Stammbaum? Das treibt doch nur den Preis hoch! Und dann hat so ein Züchter oft mehrere Kitten im Angebot! Zu solchen Preisen! Unglaublich, wie einfach er sich „eine goldene Nase“ verdient! Schnell wird der Züchter als „geldgierig“ verunglimpft. Viele kommen dann zum Schluss: Nein, hier nicht! Es gibt ja auch noch Züchter, die ihre Kitten ohne Papiere zu einem Bruchteil des Preises verkaufen.

Was steckt hinter diesen Preisunterschieden?

Wenn Sie sich für ein Rassekätzchen interessieren, sollten folgendes bedenken: Eine artgerechte Haltung und Aufzucht der Kitten hat ihren Preis. Hat der Züchter keinen eigenen Deckkater, muss er seine Katze zur Fremddeckung bringen. Die Decktaxe für einen guten Kater ist hoch! Dazu kommen noch die Fahrtkosten.

Während der Trächtigkeit muss die Katze ganz besonders gut ernährt werden. Oftmals sind spezielle Futtermittelzusätze erforderlich. Auch ist ein Tierarztbesuch mit der trächtigen Katze ratsam. Die Geburt der Kitten verläuft nicht immer problemlos. Auch hier muss manchmal der Tierarzt konsultiert werden. Sobald die Kätzchen eigenständig fressen können, wird es richtig teuer! Kitten sind unglaublich gefräßig. Was man vorne reinstopft wird sofort ins Wachstum investiert. Katzenwelpen aus guter Zucht haben bei der Übergabe an Sie – den neuen Besitzer – bereits alle erforderlichen Grundimpfungen. Die Tierchen wurden vom Tierarzt gründlich untersucht und sind nachweislich gesund! Die Aufzucht kleiner Katzen ist eine zeitintensive Angelegenheit. Gut sozialisierte Kitten fallen nicht vom Himmel! Der Züchter hat viel Zeit und Liebe investiert, damit Ihr Kätzchen menschenbezogen und schmusig sein wird. Alles das ist mit viel Zeit- und Geldaufwand verbunden. Kitten aus seriöser Zucht werden niemals vor der 12. Lebenswoche abgegeben. Außerdem investiert ein guter Züchter auch viel Zeit und Liebe in seine Zuchtkatzen.

Ein guter Züchter besucht mit seinen Katzen Ausstellungen, um sich der internationalen Konkurrenz zu stellen. Das gilt ganz besonders dann, wenn es um Deckkater geht, denn die müssen auf Ausstellungen gezeigt werden und sich den kritischen Blicken von Fachpublikum und Richtern zu zeigen. Bedenken Sie, dass ein Kater sich wesentlich öfter reproduziert, als es eine Katze je könnte. Gute Deckkater tragen Titel als offiziellen Nachweis für ihre Qualität. Diese Titel können nur auf Ausstellungen errungen werden. Das Ausstellen ist teuer. Zunächst braucht man eine entsprechende Ausstattung für den Ausstellungskäfig. Dann kommen die Meldegebühren, die Fahrt- und Verpflegungskosten hinzu. Bei vielen Ausstellungen (besonders im Ausland) fallen auch noch Hotelkosten an.

Das alles ist bei „Billigangeboten“ nicht gewährleistet. Schleuderpreise sind nur möglich, weil die Elterntiere und die Welpen dafür teuer mit ihrer physischen und psychischen Gesundheit bezahlen. Bei diesen bedauernswerten Tieren handelt es sich oft um „Produkte“ aus Massenzuchten, die einzig Vermehrung und Verkauf zum Ziel haben. In solchen „Zuchtbetrieben“ dienen die Kater häufig nur als „Samenspender“ und werden entsprechend schlecht gehalten. Die Muttertiere werden durch zu frühe und viel zu häufige Bedeckung schamlos ausgebeutet, bis sie geschwächt und ausgemergelt sterben, bei der Verpaarung der Elterntiere finden Gesundheit, Qualität und Charakter keine Beachtung und von einer medizinischen Grundversorgung der Tiere kann nicht ausgegangen werden. Weder die Zuchtkatzen noch die Kitten erfahren eine medizinische Betreuung. Darüber hinaus werden die Welpen oft viel zu früh (vor der 12. Lebenswoche) abgegeben - so kann das Muttertier gleich wieder gedeckt werden. Dass Jungtiere, die unter solchen Umständen gezeugt und aufgezogen werden, meist krank und schwach sind, kann sich selbst ein Laie denken.

Falls das Kleine die ersten Wochen bei Ihnen überlebt, kommen auf Sie oft horrende Tierarztkosten zu, die den Betrag, den ein guter Züchter für eines seiner Jungtiere verlangt hätte, bei weitem übersteigen. Unter Umständen werden solche Tiere nie ganz gesund, was nicht nur teuer ist, sondern auch viel Kummer und Leid für Sie bedeutet.

Alle Züchter, die einem seriösen Verein angehören, unterliegen Zuchtrichtlinien, die eng am Tierschutzgesetz ausgerichtet sind. Diese Richtlinien regeln ebenso das Mindestalter für die Erstdeckung des Muttertieres und die Häufigkeit der zugelassenen Deckungen, die medizinische Versorgung (Impfungen, Wurmkuren) und das frühestmögliche Abgabealter der Jungtiere. Hierdurch sind optimale Bedingungen gewährleistet, aus denen gesunde und psychisch stabile Tiere hervorgehen.

Spätestens an dieser Stelle sollte Ihnen klar sein, dass ein artgerechter und verantwortungsvoller Umgang mit Tieren seinen Preis hat. Die von einem guten Züchter geforderten Preise decken häufig nur knapp die Kosten der Aufzucht. Natürlich bleibt auch mal der eine oder andere Euro „hängen“. Was ist daran verwerflich? Doch bitte berücksichtigen Sie, dass der Züchter das Risiko von Totgeburten, Kaiserschnitten oder auch den Tod der Zuchtkatze bei einer Geburt trägt. Damit ist ein eventueller Gewinn schnell dahin. Kein Züchter macht mit dem Verkauf seiner Tiere ein Vermögen. Katzenzucht ist ein schönes aber auch ein teures Hobby.

Werden Jungtiere zu auffallend günstigen Preisen angeboten, müssen Sie davon ausgehen, dass dies nur möglich ist, weil die körperlichen und seelischen Bedürfnisse der Tiere grob missachtet wurden. Den Preis zahlen in erster Linie die Tiere! Aber auch Sie – als neuer Besitzer – kommen in den seltensten Fällen preisgünstig davon. Die einzigen, die zufrieden aus dem Geschäft hervorgehen, sind skrupellose Geschäftemacher, die durch den Verkauf nicht nur profitierten, sondern auch Platz für neue Ware geschaffen haben.

Las Perlas-sin Heilige Birmakatzen

Wozu ein Stammbaum?

Der Stammbaum / die Ahnentafel ist ein Qualitätsnachweis! Er besagt, dass der Züchter ordnungsgemäßes Mitglied in einem Verein ist und sich an die Zuchtrichtlinien hält. Der Stammbaum ist der Nachweis darüber, dass das erworbene Kitten nachweislich von gesunden Vorfahren stammt.

Oftmals wird von Schwarzzüchtern / Vermehrern behauptet, der Stammbaum würde die Preise so exorbitant hochtreiben. Das ist Unsinn! Ein Stammbaum schlägt mit maximal 15,-- Euro pro Kitten zu Buche. Es sind die liebevolle Aufzucht, die gute Haltung, das hochwertige Futter, der Zeitaufwand und die medizinische Versorgung, die den hohen Preis rechtfertigen.

Dafür erhalten Sie als Käufer ein entzückendes, quicklebendiges, gesundes Kitten mit hervorragendem Sozialverhalten und der Option auf ein schönes, langes Katzenleben.

 

Quelle:
Gisela Teubner, Deckkaterhalterin
Mitglied im 1. DEKZV e.V. sowie im GBBC e.V.